Interdisziplinäre Beratung (humangenetische und gynäkologische)

Humangenetische Beratung

Ratsuchenden und Patientinnen aus Familien, in denen Brust-und/oder Eierstockkrebs häufig, bzw. bereits im Alter unter 50 Jahren aufgetreten ist, kann eine genetische Beratung angeboten werden. Die Bestimmung des individuellen Risikos für Brust- und Eierstockkrebs und die Klärung der Frage, ob eine erbliche Form von Brust-und Eierstockkrebs vorliegt, kann dann nach einer ausführlichen Analyse des Stammbaumes der Familie geklärt werden. Bei der Stammbaumanalyse über drei Generationen werden alle aufgetretenen Krebserkrankungen erfasst, sie sind die Grundlage der Risikoberechnung.

Wird gegenüber der Allgemeinbevölkerung kein erhöhtes Risiko für Brust-oder Eierstockkrebs festgestellt, können die Ratsuchenden zunächst entlastet werden. In diesem Fall ist das übliche Früherkennungsprogramm (Screening-Mammographie ab dem 50. Lebensjahr) ausreichend.

Ein erhöhtes Risiko (>10%) für eine BRCA1 oder BRCA2 Mutation liegt vor, wenn ein oder mehrere der folgenden Kriterien (aus einer Familienseite) zutreffen:

  • Mindestens 3 Frauen der Familie an Brustkrebs erkrankt, unabhängig vom Alter
  • Mindestens 2 Frauen der Familie an Brustkrebs erkrankt, davon 1 vor dem 51. Lebensjahr
  • 1 Frau mit Brustkrebs, die vor dem 36. Lebensjahr erkrankt ist
  • 1 Frau mit beidseitigem Brustkrebs, die Ersterkrankung ist vor dem 51. Lebensjahr aufgetreten
  • 1 Frau mit Brust- und Eierstockkrebs
  • 1 Frau mit Brust- und 1 Frau mit Eierstockkrebs
  • 2 Frauen mit Eierstockkrebs
  • 1 Mann mit Brustkrebs und eine Frau mit Brust- oder Eierstockkrebs

Gynäkologische Beratung

Die gynäkologische Anamnese und die klinischen Konsequenzen und Besonderheiten (intensiviertes Früherkennungs-/Nachsorgeprogramm, prophylaktische Operationen, Familienplanung), die sich aus einer molekulargenetischen Analyse ergeben können, sind Inhalte einer gynäkologischen Beratung.

Psychologische (psychonkologische) Beratung

Die Beratung/Betreuung durch einen Psychologen wird als Hilfe bei der Entscheidung (für oder gegen den Gentest) und beim Umgang mit dem Ergebnis angeboten.